Firmeninsolvenzen 2017 / auf dem Foto: Rettungsring

Aktuelle Zahlen: In 2017 weiterhin weniger Firmeninsolvenzen

Die gute Konjunktur und die Niedrigzinspolitik der EZB (Europäische Zentralbank) sind die wichtigsten Gründe dafür, dass die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland rückläufig ist.

Dieser Trend hält seit 2010 an, was selbst erfahrene Insolvenzrechtsexperten als bemerkenswert einschätzen. Mussten 2009 noch knapp 33.000 deutsche Unternehmen in die Insolvenz, so waren es in 2015 nur noch ca. 21.500. Die Zahlen für Privatinsolvenzen entwickeln sich übrigens nahezu parallel.

Auch 2017 wird ein neuer Tiefststand erwartet

Vertraut man den Schätzungen, so dürfte auch 2017 dieser Entwicklung kein Ende bereiten. Im ersten Halbjahr wurden ca. 10.300 Unternehmensinsolvenzen gezählt – und somit über 600 weniger als im Vorjahreszeitraum.

Schaut man sich die Statistiken nach Bundesländern an, fällt auf, dass es besonders in den drei Stadtstaaten verstärkt Insolvenzverfahren angemeldet werden. Bezieht man die Insolvenzen auf 10.000 Unternehmen, liegt Berlin mit 101 weit vorn, gefolgt von Hamburg (89) und Bremen (79).

Baden-Württemberg (41), Bayern (42) und Thüringen (43) bilden hingegen das Trio der Bundesländer mit den wenigsten Firmeninsolvenzen. Der deutschlandweite Durchschnitt lag im ersten Halbjahr 2017 bei 63 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen.

Höhere Eigenkapitalquote senkt die Zahl von Firmeninsolvenzen

Die positive Entwicklung der Gesamtwirtschaft hat dazu geführt, dass es Unternehmen leichter fällt, ihre Eigenkapitalbasis zu verbessern. Das hat direkte Auswirkungen auf die Stabilität eines Unternehmens. Kommt es zu einer (hausgemachten) Krise, können schwierige Zeiten besser und länger bewältigt werden.

Eine hohe Eigenkapitalquote sorgt auch für eine Steigerung der Kreditwürdigkeit. Dieser Umstand versetzt Firmen in die Lage, sich bis zu einem gewissen Rahmen auch während einer Durststrecke mit liquiden Mitteln auszustatten.

Anzeichen für eine wirtschaftliche Stagnation in Deutschland?

Angesichts der rückläufigen Zahlen würden Laien den Trend wohl ohne Einschränkungen als überaus positiv beurteilen. Doch leider ist die Wirklichkeit – wieder einmal – sehr viel komplexer. Wirtschaftsexperten brechen nicht in Jubel aus … Warum eigentlich?

Wenn sich Firmenkonzepte, die eigentlich nicht tragfähig sind, durch günstige Geldbeschaffung künstlich am Markt halten, verliert die Gesamtwirtschaft an Dynamik und Innovationskraft und die „natürliche Auslese“ wird teilweise verhindert. Probleme von Unternehmern werden quasi nur auf die lange Bank geschoben. Hinzu kommt, dass es nicht nur weniger Firmenpleiten, sondern auch weniger Start-Ups gibt, was diese Entwicklung noch verschlimmert.

Kleine und neue Unternehmen am häufigsten betroffen

Auch im ersten Halbjahr 2017 mussten insbesondere kleine Firmen (mit einem Jahresumsatz von bis zu 250.000,-€) einen Insolvenzantrag stellen. Mehr als die Hälfte aller Firmeninsolvenzen stammt aus dieser Umsatzgrößenklasse.

Wirft man einen Blick auf die Insolvenzquoten nach Alter der Unternehmen, scheinen in den Jahren 3 bis 4 nach Gründung die meisten finanziellen Schwierigkeiten aufzutreten. Dennoch sind auch hier die aktuellen Zahlen deutlich rückläufig.

Und was man nicht vergessen darf: Eine Insolvenz ist nicht gleichbedeutend mit dem Ende einer Firma. Das beweisen wir als Firmenretter mit unseren Unternehmenssanierungen immer wieder aufs Neue und stellen Unternehmen ab einem Mitarbeiter wieder auf gesunde Beine – trotz Insolvenz!



 

Haben Sie Fragen?

Rufen Sie uns unverbindlich an: 0800 0 22 55 77 oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Hier finden Sie Beispiele unserer Arbeit!